Stadt und Betriebe starten Kieler Mehrwegverbund
Mehrweg ist ein wichtiger Baustein für Abfallvermeidung und Ressourcenschutz. Gerade im Außer-Haus-Verkauf entstehen durch Einwegverpackungen große Abfallmengen, die sich vermeiden lassen. Mit dem Kieler Mehrwegverbund bündeln die Landeshauptstadt Kiel sowie Betriebe aus Gastronomie, Handel und Catering künftig ihre Kräfte, um Mehrweg im Alltag sichtbarer und attraktiver zu machen. Am Dienstag, 21. Juli, stellte Kiels Umweltdezernentin Alke Voß den Mehrwegverbund vor.
18 teilnehmende Betriebe mit mehr als 100 Verkaufsstellen haben sich in einer Absichtserklärung freiwillig dazu verpflichtet, ihre Mehrwegquote für to-go-Getränkebecher in Kiel langfristig auf 50 Prozent zu erhöhen. Dazu wurden drei Etappenziele formuliert: Bis 2028 sollen zehn Prozent erreicht werden, zwei Jahre später schon 25 Prozent und 2035 bereits 40 Prozent. Bisher liegt die Mehrwegquote für Heißgetränke bei geschätzten sieben Prozent. Durch ein sichtbares Angebot und verstärkte Informationen soll dies nun geändert werden
Umweltdezernentin Alke Voß ist vom Mehrwegverbund überzeugt: „Wir haben am Runden Tisch Mehrweg mit den Verbänden und mit den Betrieben erlebt, dass wir alle an einem Strang ziehen: Wir wollen alle weniger Abfall in der Stadt! Ich bin begeistert von dem großartigen Zusammenwirken mit den Betrieben am Mehrwegverbund. Der Kieler Mehrweg ist ein Weg der Zusammenarbeit in der Stadt, der auf Vertrauen setzt und Vorbild sein kann für andere Städte in Deutschland.“
Die Betriebe im Mehrwegverbund leisten mit der Abfallvermeidung einen großen Beitrag zur Kieler Zero-Waste-Strategie und zur Umsetzung der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Die angestrebte Mehrwegquote wird jährlich überprüft und auf mögliche Veränderungen der gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wird reagiert, damit das Ziel tatsächlich erreicht werden kann.
Die Landeshauptstadt Kiel unterstützt die teilnehmenden Betriebe mit der städtischen Kampagne „Kiel geht Mehrweg“: Grüne Aufkleber weisen darauf hin, dass Mehrweg willkommen ist. Aufsteller im Innenraum der Betriebe unterstützen die Ansprache an Kund*innen, Plakate im Stadtgebiet machen auf Mehrweg aufmerksam. Zusätzlich greifen Beiträge in Sozialen Medien und Zeitschriften das Thema auf. Die Teilnehmenden verpflichten sich, die Kampagne sichtbar zu präsentieren und ihre Kund*innen darüber zu informieren. Sie müssen mitgebrachte Behältnisse akzeptieren und gegebenenfalls Rabatte einräumen.
Eine weitere Maßnahme, die von den Betrieben auf freiwilliger Basis umgesetzt werden kann, ist die Etablierung der Mehrwegs als Standard. Da sich Kund*innen in den meisten Fällen für die Variante mit dem geringsten Aufwand entscheiden, kann eine voreingestellte Mehrweglösung die Akzeptanz und Nutzung deutlich erhöhen. Zusätzlich können finanzielle Anreize im Betrieb den Umstieg auf Mehrweg fördern. So können beispielsweise Mehrwegoptionen preislich vergünstigt und gleichzeitig Einwegverpackungen mit einem Aufpreis versehen werden.
Die IHK zu Kiel unterstützt den Kieler Mehrwegverbund: „Wir freuen uns, dass Kieler Betriebe in einem konstruktiven Dialog mit der Stadt einen gemeinsamen Weg gefunden haben, die Mehrwegquote sukzessive zu erhöhen – auf freiwilliger Basis und ohne zusätzliche bürokratische Mehrbelastungen. Gerne haben wir diesen Prozess unterstützt und werden dies auch weiterhin tun“, erläutert Ingo Joachim Dahlhoff, Referent für Tourismuswirtschaft, Geschäftsbereich Standortpolitik, Innovation und Umwelt bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel.
Zum Kieler Mehrwegverbund gehören folgende Betriebe: Bäckerei Andresen, Bäckerei Günther, Bäckerei Leefen, Bäckerei Lyck / Restez, Bäckerei Rönnau, Bäckerei Steiskal, Biergarten am Bootshafen, Bio-Bäckerei Brotgarten, Campus Suite, Dean and David, Gettorfer Backhaus, Hotel Birke, Hotel Kieler Kaufmann, KFC, McDonalds Kiel, Puls Beteiligungsgesellschaft mbH / GBG Nord Gastronomie, Studentenwerk Schleswig-Holstein, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.
Bastian Reichartz, Geschäftsführer Bäckerei Günther GmbH & Co. KG, fasst die Motivation der am Verbund Beteiligten zusammen: „Als Kieler Familienunternehmen in fünfter Generation übernehmen wir Verantwortung für unsere Region. Die Förderung von Mehrweg ist ein konkreter Schritt, Ressourcen zu schonen und unnötige Einwegverpackungen zu vermeiden. Wir freuen uns, gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel und weiteren Partnern ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit zu setzen.“
Die Entsorgung von Einwegbechern kostet deutsche Kommunen jährlich 120 Millionen Euro. Laut Zahlen der Deutschen Umwelthilfe wäre eine Einsparung von bis zu 490.000 Tonnen CO2-Emissionen durch den Umstieg von Einweg auf Mehrweg möglich. Das zeigt den direkten Zusammenhang von Abfallvermeidung und Klimaschutz.
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf kiel.de/mehrweg.
Diese Pressemitteilung stammt von der Stadt Kiel.