Nachhaltigkeit: Bauen und Wohnen
Im Bereich Bauen und Wohnen setzt das Studentenwerk zahlreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen um. Bei Modernisierungen wird die Energieeffizienz immer mitgedacht, bei Neubauten energiesparend gearbeitet. Grünflächen rund um die Wohnheime werden mit Blumenwiesen gestaltet. Klimafreundliche Fortbewegung unterstützen wir mit Fahrradstellplätzen und -reparaturstationen an vielen Wohnanlagen sowie mit Ladeinfrastruktur für E-Autos an drei Wohnheimen.
Bereits seit vielen Jahren saniert und modernisiert das Studentenwerk seine Studierendenwohnheime unter energieeffizienten Gesichtspunkten. So wurden ganze Wohnanlagen unter anderem mit neuen Heizungskesseln, Warmwasserspeichern und Wasserleitungen ausgestattet, aufwändige Dämmmaßnahmen durchgeführt oder neue mehrfachverglaste Fenster eingesetzt. Darüber hinaus wurde bereits in vielen Wohnheimen die Beleuchtung auf LED umgerüstet und in zahlreichen Wohnheimküchen Induktionskochfelder installiert. Dort wo es sinnvoll ist wird die Beleuchtung über Präsenzmelder geschaltet.
Parallel prüft das Studentenwerk SH weitere Einsparpotenziale – darunter die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen, der Austausch älterer Pumpensysteme sowie eine geregelte Nachtabsenkung der Warmwassertemperaturen.
Bei den Neubauten werden energiesparende Maßnahmen von Anfang an mitgedacht. Die Wohnheime erfüllen nicht nur höchste Wärmeschutzstandards, sondern verfügen zum Beispiel auch über moderne Lüftungsanlagen oder Fensterkontaktschalter zur automatischen Abschaltung der Heizkörper. Gemeinschaftsflächen werden zudem standardmäßig mit Präsenzmeldern ausgestattet, durch die das Licht automatisch ein- und ausgeschaltet wird. Nicht zuletzt kommen bei den Neubauten vermehrt nachhaltige, schadstoffarme Baumaterialien zum Einsatz. Wie das Studentenwerk baut, können Interessierte der Broschüre „Bauen für Studierende. Modern, nachhaltig, sozial“ entnehmen.
Um Klimaschutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln, hat sich das Studentenwerk SH in den Jahren 2023 und 2024 intensiv mit dem Corporate Carbon Footprint seiner Wohnheime beschäftigt. Dabei wurden direkte Emissionen aus stationärer Verbrennung sowie indirekte Emissionen aus Wärme- und Strombezug untersucht.
Die Auswertung zeigte, dass der Ressourcenverbrauch der Wohnheime im Vergleich zu den früheren Daten insgesamt gestiegen ist. Ein wesentlicher Grund dafür sind die teilweise älteren Gebäudestrukturen. Energetische Sanierungen werden deshalb schrittweise umgesetzt – abhängig von den verfügbaren
finanziellen Mitteln.
Ein anschließendes Benchmarking ergab, dass sich die Wohnheime des Studentenwerks SH im Vergleich zu anderen Wohnheimen und Beherbergungsstätten bundesweit etwa auf Durchschnittsniveau bewegen.
Bei der Energieversorgung seiner Studierendenwohnheime nutzt das Studentenwerk SH zunehmend klimafreundliche Lösungen. Bereits heute werden Heizwärme und Warmwasser größtenteils über Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung bereitgestellt. Dabei wird entstehende Abwärme sinnvoll weiter genutzt – beispielsweise aus der Stromerzeugung oder Müllverbrennung.
Der Strombezug für die Liegenschaften des Studentenwerks SH erfolgt vollständig über Ökostrom.
Zusätzlich wird die Nutzung von Solarenergie kontinuierlich ausgebaut. Das Edo-Osterloh-Haus in Kiel sowie das Internationale Studierendenwohnheim in Lübeck verfügen über Solaranlagen.
Außerdem wurde im Juli 2025 das Max-Kade-Haus in Kiel mit einer neuen Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Anlage umfasst 232 Solarmodule sowie einen Batteriespeicher und ermöglicht es, das Gebäude zeitweise vollständig mit eigenem Solarstrom zu versorgen. Weitere Details können Interessierte im Interview mit Projektleiter Angelo Nota nachlesen.
Die Energiegewinnung durch Solaranlagen soll künftig noch weiter ausgebaut werden.
Das Studentenwerk SH bietet den studentischen Bewohnerinnen und Bewohnern Fahrradstellplätze und -garagen an allen Wohnanlagen sowie landesweit zehn Fahrradreparaturstationen. Die Reparaturstationen verfolgen den Sharing-Ansatz. Sie werden von vielen Personen genutzt, die sich die Werkzeuge nicht extra selbst kaufen müssen.
Auch die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität wird ausgebaut. An drei Wohnheimstandorten – Emmy-Hennings-Haus, Sophie-Bothilde-Jensen-Haus und Internationales Haus in Flensburg – stehen inzwischen Ladesäulen für E-Autos zur Verfügung.
Das Studentenwerk SH achtet in vielen Bereichen auf Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft. In den Wohnheimen informiert die Kampagne „Tatort Küche“ über Mülltrennung, Sauberkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit Gemeinschaftseinrichtungen. Bereits beim Einzug werden Studierende über die Mülltrennung in den Wohnheimen informiert. Ergänzend stehen entsprechende Sammelmöglichkeiten und Entsorgungsangebote zur Verfügung. Zusätzlich wird regelmäßig ein Unternehmen mit der Nachsortierung des Mülls beauftragt, um eine einwandfreie Mülltrennung zu gewährleisten.
Ganz nach dem Motto „Sharing is caring“ werden beim Edo-Osterloh-Haus in Kiel Fahrräder, die nicht mehr fahrtauglich sind und keine*n Besitzer*in mehr haben, an studentisch verwaltete Fahrrad-Werkstätten weitergegeben.
Auch bei der Bewirtschaftung seiner Wohnheime legt das Studentenwerk SH viel Wert auf Nachhaltigkeit. In den Wohnheimen werden Möbel und Küchenausstattung möglichst lange genutzt und bei Bedarf instandgesetzt.
Auch Grünflächen rund um die Wohnheime werden gezielt klima- und naturfreundlich gestaltet. Das Studentenwerk SH legt regelmäßig Blumenwiesen an, die Insekten Nahrung und Lebensräume bieten und gleichzeitig das Wohnumfeld aufwerten. Bislang wurden etwa 1.600 Quadratmeter Blumenwiese ausgesät.
Gemeinsam mit dem BUND wurde 2024 außerdem auf dem Gelände des Edo-Osterloh-Hauses in Kiel ein schmetterlingsfreundlicher Garten geschaffen. Studierende konnten dabei aktiv an der Gestaltung mitwirken.
Zusätzlich wird bei Sanierungen der Artenschutz berücksichtigt. Bei der Dachsanierung des Dr.-Aenne-Liebreich-Hauses in Kiel wurden 2025 zusätzliche Fledermauskästen an der Fassade angebracht, um neue Rückzugsorte für die Tiere zu schaffen.
Seit Herbst 2022 beteiligt sich das Studentenwerk SH an der bundesweiten Kommunikationskampagne „Flip the Switch“ des Deutschen Studierendenwerks. Mit Plakaten, Broschüren und Stickern motiviert die Kampagne in den Wohnheimen zu einem bewussteren Umgang mit Energie.