zum Hauptinhalt springenKontakt
WOW

Masterarbeit zur Förderung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Frauen in den Wechseljahren am Arbeitsplatz

Hitzewallungen im Meeting, Konzentrationsprobleme am Schreibtisch, schlaflose Nächte vor dem Arbeitstag – für Millionen von Frauen gehören Wechseljahresbeschwerden zum Berufsalltag. Doch am Arbeitsplatz wird darüber kaum gesprochen. Eine neue Studie des Studentenwerks Schleswig-Holstein liefert in Deutschland empirische Daten darüber, was Frauen in den Wechseljahren am Arbeitsplatz wirklich brauchen – und macht deutlich: Die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen und wechseljahresfreundlichen Arbeitsumfeldes ist nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Sinne des Ansatzes „Health in All Policies" der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Was wurde untersucht?

In der Masterarbeit „Wechseljahre am Arbeitsplatz – Förderung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Frauen in den Wechseljahren im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung am Beispiel des Studentenwerks Schleswig-Holstein" wurde eine quantitative Bedarfsanalyse mit 67 Frauen im Alter von 38 bis 62 Jahren durchgeführt. Mithilfe der erweiterten Menopausen-Rating-Skale II wurden klimakterische Beschwerden, Unterstützungsbedarfe und Kommunikationsbarrieren am Arbeitsplatz systematisch erfasst. Basierend auf dem Arbeitsfähigkeitsmodell „Haus der Arbeitsfähigkeit" wurden daraus praktische Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Die Studie ist eine der ersten systematischen arbeitsplatzbezogenen Bedarfsanalysen zum Thema Menopause und Arbeitsfähigkeit in Deutschland.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Befunde zeigen eine erhebliche Versorgungslücke:

  • 87,5 % der befragten Frauen weisen mäßige bis schwere Wechseljahresbeschwerden auf.
  • 66,7 % wünschen sich betriebliche Unterstützungsangebote.
  • Es besteht eine große Kommunikationslücke: Wechseljahre werden am Arbeitsplatz häufig noch nicht offen thematisiert – obwohl sich die Mehrheit der Frauen genau das wünscht.
  • Besonders auffällig: Bereits Frauen ab Ende 30 zeigen teils starke Beschwerden – ein deutlicher Hinweis auf die Notwendigkeit frühzeitiger Prävention.

Eine neue Lösung: Die betriebliche Wechseljahres-Sprechstunde

Als zentrale Handlungsempfehlung wurde ein innovatives Konzept entwickelt – die betriebliche Wechseljahres-Sprechstunde. Dieses Beratungsangebot basiert auf vier Säulen:

  • Aufklärung und Wissensvermittlung – Informationen über das Klimakterium, Symptome und Präventionsmöglichkeiten
  • Medizinische Orientierung – Vermittlung von Wissen zu Behandlungsoptionen und bei Bedarf Weitervermittlung an medizinisches Fachpersonal
  • Arbeitsplatzspezifische Beratung – Individuelle Anpassungen am Arbeitsplatz sowie die Entwicklung persönlicher Copingstrategien zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
  • Psychosoziale Unterstützung – Begleitung bei emotionalen und psychischen Belastungen

Die Pilotierung dieses Konzepts startet 2026 im Studentenwerk Schleswig-Holstein.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Wechseljahre betreffen jede Frau – und damit einen großen Teil der Erwerbsbevölkerung. Trotzdem fehlen in Deutschland bislang weitgehend betriebliche Konzepte zur Unterstützung von Mitarbeiterinnen in dieser Lebensphase. Dabei bieten sich enorme Chancen: Unternehmen, die das Thema aktiv aufgreifen, stärken die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen, fördern eine offene Unternehmenskultur und sichern wertvolles Erfahrungswissen im Betrieb.

Im Studentenwerk Schleswig-Holstein gehen wir jetzt in den Lösungsmodus: Auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Masterarbeit wird im zweiten Quartal 2026 die betriebliche Wechseljahres-Sprechstunde eingerichtet – als eines der ersten Angebote dieser Art in Deutschland.

Mit der Veröffentlichung dieser Masterarbeit möchten wir andere Organisationen und Unternehmen ermutigen und begeistern, sich ebenfalls mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn je mehr Betriebe diesen Weg gehen, desto selbstverständlicher wird ein gesundheitsförderlicher und wechseljahresfreundlicher Umgang in der gesamten Arbeitswelt.

Betriebliche Gesundheitsförderung als Teil eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten – wenn sie das Thema Menopause und Klimakterium als relevantes Handlungsfeld anerkennt und ganzheitlich betrachtet.

Diese Masterarbeit liefert die wissenschaftliche Grundlage dafür.

Die vollständige Masterarbeit steht Ihnen kostenlos zur Verfügung.

Nach oben scrollen
+49 431 8816-0
Kontakt
Warenkorb