ETWAS POSITIVES FÜR DEN PLANETEN
Angelo Nota, Liegenschaftsmanager im Studentenwerk, hat als Projektleiter die Anschaffung und Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Kieler Studierendenwohnheim „Max-Kade-Haus“ betreut. Im Interview berichtet er von den Höhen und Tiefen des Projekts und wie die Photovoltaik-Zukunft des Unternehmens in seinen Träumen aussieht.
Herr Nota, woher kommt Ihre Begeisterung für Photovoltaik?
Angelo Nota: Vor zwei Jahren habe ich das Dach meines Hauses renoviert und mich dabei intensiv mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt. Ich war sofort begeistert von der Möglichkeit, eigenen Strom zu produzieren und gleichzeitig Kosten zu sparen. Besonders motivierend war für mich auch der Gedanke, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Zukunft meiner Kinder zu leisten.
Diese Begeisterung konnten Sie als Projektleitung der Photovoltaik-Anlage auf dem Kieler Max-Kade-Haus auch ins Studentenwerk SH einbringen. Wie kam es zu dem Projekt?
Bis dahin verfügten wir lediglich über eine Anlage auf dem Edo-Osterloh-Haus, mit der wir ausschließlich Strom ins Netz einspeisen. Angesichts des Klimawandels gelten Vorschriften, sodass wir als Unternehmen Maßnahmen zur Energieeinsparung ergreifen müssen – etwa durch bessere Dämmung oder den Einsatz regenerativer Energien. Bei uns im Unternehmen hat Nachhaltigkeit darüber hinaus schon lange einen hohen Stellenwert. Im Oktober 2023 fiel daher der Startschuss für das Photovoltaik-Projekt auf dem Max-Kade-Haus.
Wie verlief das Projekt?
Zu Beginn war noch unklar, auf welchem Gebäude die Anlage installiert werden sollte. Gemeinsam mit Statiker*innen habe ich geprüft, welche Dächer dafür überhaupt in Frage kommen. Wir haben jetzt zum Beispiel 230 Photovoltaikplatten verbaut, das muss ein Dach auch aushalten.
Parallel habe ich den Markt analysiert, Angebote verglichen, damit wir die Wirtschaftlichkeit der Anlage bewerten konnten. Auch die Möglichkeit einer Förderung habe ich geprüft – leider ohne Erfolg. Die Stadtwerke führten zudem eine Netzverträglichkeitsprüfung durch, um zu klären, ob ein Anschluss an das öffentliche Netz möglich ist. Im Laufe des Projekts habe ich außerdem eine Weiterbildung absolviert.
Was für eine Fortbildung war das?
Ich habe beim TÜV Rheinland einen Lehrgang zum Basiswissen Photovoltaik besucht. Dabei ging es um technische Grundlagen, die Planung von Anlagen sowie die Prognose des Energieertrags. Auch rechtliche Aspekte, Installationsvorgaben und Versicherungsfragen wurden behandelt. Am Ende musste ich eine Prüfung ablegen. Ich hätte nicht gedacht, dass das in meiner Berufslaufbahn nochmal passiert. Umso schöner war es, dass ich die Prüfung mit Erfolg bestanden habe.
Gab es besondere Herausforderungen im Projektverlauf?
Ja, insbesondere Wartezeiten bei verschiedenen Institutionen stellten eine Geduldsprobe dar. Ich hätte das Projekt gerne schneller umgesetzt, aber manchmal braucht es eben Zeit.
Was lief besonders gut?
Die Unterstützung durch meine Führungskraft war durchgehend stark – ich konnte viele Entscheidungen eigenverantwortlich treffen, was mir viel Vertrauen und Motivation gegeben hat. Natürlich habe ich das Projekt nicht allein gestemmt: Das Team des Einkaufs hat die Ausschreibung übernommen, und die Wohnheimverwaltung hat die Bewohnerinnen und Bewohner über die Bauarbeiten informiert. Die Zusammenarbeit im Team war hervorragend – so konnten wir die Anlage im März 2025 erfolgreich auf dem Wohnheim installieren.
Wie viel Strom produziert die neue Anlage – und was passiert mit dem Überschuss?
Wir decken damit rund 60 % unseres Strombedarfs. Produzieren wir mehr als wir verbrauchen und sind unsere Speicher voll, speisen wir den Überschuss ins öffentliche Netz ein und tragen so auch zur externen Versorgung bei.
Welche Entwicklungen wünschen Sie sich künftig im Bereich Photovoltaik beim Studentenwerk?
Mein Traum wäre es, unseren gesamten Strombedarf selbst zu decken. Dafür bräuchten wir allerdings erhebliche finanzielle Mittel und ausreichend Platz für weitere Anlagen und Speicher. Realistischer betrachtet wünsche ich mir, dass wir kontinuierlich am Thema dranbleiben – neue Potenziale prüfen, bestehende Gebäude nachrüsten und Photovoltaik von Anfang an in Neubauten einplanen.
Zur Person
Angelo Nota, 49, hat eine Ausbildung zum Energieelektroniker mit der Fachrichtung Anlagentechnik bei einer großen deutschen Werft in Kiel gemacht. Er arbeitete unter anderem in der Informationstechnik, bevor er zum Studentenwerk kam. Hier war er zunächst Facility Manager für die Kieler Mensen. Mit den Jahren wuchsen seine Aufgaben und seit 2018 betreut er als Liegenschaftsmanager alle Mensen und den Fuhrpark des Studentenwerks. Zu seinen Aufgaben zählen zum Beispiel die Aufnahme von Mängeln in den Gebäuden, die Beauftragung und Koordination von Dienstleister*innen und die Kontrolle erfolgter Reparaturen.
Angelo Nota gehört zum Facility Management des Studentenwerks, das sich in ganz Schleswig-Holstein um unzählige Gebäude kümmert. Erfahren Sie mehr über die umfangreichen Aufgaben der Mitarbeitenden.